Mittwoch, 21. September 2011

Anstatt Blumen – Schulden aus Madeira


Das Inselarchipel Madeira, mitten im Atlantik gelegen, wird oft die „Blumeninsel“ (port.: Ilha das Flores) oder „Blume des Ozeans (port.: „Flor do Oceano“) genannt.
Dank seines mild-tropischen Klimas sind die Temperaturschwankungen auf der Insel, das gesamte Jahr über, sehr gering.
Auf der Insel wachsen so die verschiedensten Palmen, Stauden, Araukarien, Yuccas, Bambus, Baumfarne, Kamelien, Begonien, Bougainvilleen und viele andere Bäume und Blumen mehr.

Doch nun wird das politische Klima auf Madeira zunehmend frostiger und die Blumeninsel verwandelt sich, dank der Politik von Alberto João Jardim, seines Zeichens Präsident der Regionalregierung, immer mehr zu einer „Schuldeninsel“.

Seit nun gut einer Woche ist bekannt, dass Alberto João Jardim drei Jahre lang Schulden im Wert von 1,1 Milliarden Euro nicht deklariert hat.
Wie das Nationale Amt für Statistiken (port.: Instituto Nacional de Estatística) und die Bank von Portugal (port.: Banco de Portugal) heute mitteilten, sind diese 1,1 Milliarden Euro wohl nur der Anfang.
Man geht davon aus, dass noch weitere Millionen Euroschulden folgen werden.

Keiner will etwas gewusst haben, weder das Nationale Statistikamt noch die Nationalbank, weder der Prämierminister noch seine Regierung oder der Präsident der Republik.
Fünf staatliche Institutionen wollen von diesem überdimensionalen Finanzloch einfach nichts gewusst haben!
Ich selber glaube nicht daran, oder besser gesagt, ich will an so viel Unwissenheit einfach nicht glauben.
Denn entspricht dies der Wahrheit, dann ist es um Portugal wahrlich schlecht bestellt!

Fakt ist, das dieser kleine, cholerische Mann von der Insel dafür gesorgt hat, dass das Defizit Portugals, trotz aller Sparmaßnahmen der Regierung, immer mehr wächst!

Nicht das diese versteckten Milliardenschulden überraschend gekommen wären, denn bei Alberto João Jardim muss man auf alles gefasst sein.
Nein, was viel schockierender ist, ist das dieser Lokaldiktator sich keinerlei Schuld bewusst ist und er nicht haftbar gemacht werden kann!

Mit seinem unverantwortlichen und politisch-unkorrekten Verhalten bringt er das portugiesische Mutterland nicht zum ersten Mal in große Schwierigkeiten.
Aber trotz seines schroffen, größenwahnsinnigen und unhöflichen Verhaltens, ist er bei der Lokalbevölkerung ungebrochen beliebt, da er mit den Jahren für Madeira viele Vorteile herausschlagen konnte, ironischer Weise auch dank der hohen Regionalförderungen der Europäischen Union.

Jardim, der die bevorstehenden Regionalwahlen im nächsten Monat zweifellos gewinnen wird, hat nun aber den Bogen wohl zu weit gespannt.
Denn nun bringt er seine eigenen Parteifreunde, allen voran Staatspräsident Anibal Cavaco Silva und Premierminister Passos Coelho, in arge Bedrängnis.

Wie soll man von den europäischen Partnern weiterhin die begehrten EU-Hilfsgelder verlangen, wenn im eigenen Land keine Ordnung herrscht?
Eine Frage die sowohl Staatspräsident als auch Premierminister alsbald nicht nur ihren europäischen Amtskollegen beantworten müssen, sondern auch dem portugiesischen Volk, von dem sie immer mehr Sparanstrengungen abverlangen!

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